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Der Mauerweglauf in Berlin

Der Mauerweglauf über 161 km (100 Meilen) wird seit 2011 ausgetragen und „läuft“ immer am Wochenende rund um den 13.August. Die Anmeldung zu diesem Lauf beginnt immer am 09.November und ist binnen wenigen Stunden ausverkauft. Der 2018er Lauf war bereits um 08:00 Uhr morgens ausgebucht. Da ich diesen Lauf, der wie keiner anderer mit der jüngeren deutschen Geschichte verbunden ist, unbedingt mitlaufen wollte, hatte ich mir damals sogar um Mitternacht den Wecker gestellt um rechtzeitig meine Anmeldung durchführen zu können. Das Anmelde- und Veranstaltungsdatum verdeutlichen schon die Bedeutung dieses Laufes der jedes Jahr im Gedenken an eines der Maueropfer stattfindet.

Der Mauerweglauf zieht sich 161 km entlang dem Mauerweg, dem Patrouillenweg der DDR-Grenztruppen, durch den 28 Jahre lang West-Berlin eingeschlossen war. Jedes Jahr erfolgt ein Richtungswechsel. In diesem Jahr wird die Strecke wieder im Uhrzeigersinn gelaufen.

Nach dem Start am 11.August morgens um 06:00 Uhr am Prenzlauer Berg haben die Läufer nur 30 Stunden Zeit um West-Berlin einmal zu umrunden. Unterstützt werden die Läufer dabei von vielen freiwilligen Helfern an 26 Verpflegungsstationen. Der Mauerweglauf erfordert eine ganz andere Laufstrategie ich ich selbst auch nicht gelaufen bin. Wo man sonst bei langen Ultraläufen in teilweiser Autonomie unterwegs ist, einen Rucksack mit Verpflegung und Wechselkleidung teils über mehrere Tage mit sich führt, braucht man in Berlin sich darum keine Gedanken zu machen. Wenn im Durchschnitt alle 6-7 km eine Verpflegungsstation eingerichtet ist, kann und muss man sich nur auf das Laufen konzentrieren. Bei teilautonomen Läufen in bergigem Terrain hat man viele Stunden mehr Zeit. Wo man in Berlin nur 30 Stunden Zeit hat das Ziel zu erreichen, hat man beim Ultratrail de Mont Blanc für die ähnliche Distanz 46 Stunden Zeit, die aber auch benötigt wird. Dies verdeutlicht vielleicht ein wenig die unterschiedlichen und vielfältigen Arten des Ultralaufsports. Ich freue mich jedenfalls, meinen ersten „Stadtultra“ auf historischen Spuren der deutschen Geschichte zu laufen und auf das Kinderhaus Nesthäkchen aufmerksam zu machen.